vom 21.03.2019

Aufstehen gegen Rassismus in Wetzlar

Ausstellung und Vernissage im Rahmen der »Aktionstage gegen Rassismus« mit Fotos des Künstlers Mohamad Osman & Videopräsentation hessencam

im Rahmen der »Aktionstage gegen Rassismus«

  • »Aufstehen gegen Rassismus in Wetzlar«
    Ausstellung und Vernissage
    mit
    Fotos des
    Künstlers Mohamad Osman
    Videopräsentation von hessencam
  • im NaturFreunde-Haus Wetzlar
    – Haus der Demokratie –

    Ausstellung:
    Öffnungszeiten: Jeden Dienstag zwischen 18:00 und 20:00 Uhr
    bis Ende Juni
    Eintritt frei
  • Veranstalter:
    NaturFreunde e.V. Ortsgruppe Wetzlar

    Schützenstraße 13 | D 35578 Wetzlar
    Tel.: 06441 – 45 19 3
    —› Informationen auf der Homepage der NaturFreunde Wetzlar

Bericht über die Vernissage am 17.03.2019 im Naturfreundehaus:
Von Klaus Petri
»Unser Naturfreundehaus heißt mit Zweitnamen ›Haus der Demokratie‹. Um Demokratie muss gerungen werden. Vor einem Jahr haben wir der NPD vor der Stadthalle erfolgreich die rote Karte gezeigt. Heute dokumentieren wir die vielfältigen Aktivitäten der letzten Jahre in Wetzlar und Umgebung gegen braunen Ungeist.« So hieß die neugewählte Vorsitzende der Wetzlarer Naturfreunde-Gruppe, Maria Schaefer, die rund drei Dutzend Besucher der Vernissage »Wetzlar steht auf gegen Rassismus« willkommen.

Auf drei Etagen verteilt waren Video-Dokumentationen, Straßenkunst-Projekte und Fotografien des aus Aleppo stammenden Journalisten Mohamad Osman zu besichtigen. Der 35-jährige Osman lebt seit 5 Jahren in Wetzlar und koordiniert für den Malteser Hilfsdienst die Arbeit von ehrenamtlichen Integrationslotsen. »…weil Nähe zählt« lautet der Aufdruck auf seiner Visitenkarte. Er geht bei seiner beruflichen Tätigkeit nahe an die Menschen heran: »Integration ist keine Einbahnstraße. Es muss noch mehr ausgestreckte Hände auf beiden Seiten geben. Die gegenseitige Scheu von Einheimischen und Migranten kann überwunden werden. Am besten durch persönliche Einladungen und gemeinsame Unternehmungen. Die Migrantenkinder müssen neugierig auf ihr Gastland werden und die eigenen vier Wände verlassen«.

Als Fotograf ist ihm daran gelegen, Detail-Studien zu gelingender oder blockierter Integration mit der Kamera festzuhalten. Mal sind mit Kreide auf öffentlichen Plätzen einen Willkommensgruß malende Kinder das Motiv, mal martialisch in Reih und Glied angetretene Polizei-Stiefel und Körperschatten, die beim Betrachter zugleich Angst auslösen - aber auch als ein Versprechen auf Schutz und Sicherheit durch die Staatsmacht interpretiert werden können. Auf einem anderen Bild ist ein Nazi-Redner nur schemenhaft zu erkennen, während die von Gegendemonstranten gen Himmel gereckten »Stinkefinger« scharf konturiert abgebildet sind und von Einigkeit und Entschlossenheit künden.

Trägt der Lahn-Dillkreis den Titel »Modellregion Integration« zu Recht? Mohamad Osmans Antwort darauf fällt differenziert aus: «Sprachbeherrschung und Arbeit sind ganz wichtig. Wir sind auf einem guten Weg, aber Integration braucht Zeit – und viele müssten sich am täglichen Brückenbau zwischen den Kulturen beteiligen. Das darf nicht an den relativ wenigen Ehrenamtlichen hängenbleiben. Ich würde mich freuen, wenn meine künstlerische Arbeit – die mich viel Zeit und Geld kostet – gelegentlich eine finanzielle Unterstützung erfahren würde.« Neuen Schwung und neue Gesichter in die Arbeit der hiesigen Naturfreunde hat übrigens eine »KreAktiv« genannte Gruppe junger Leute gebracht, die im vergangenen Jahr durch Aktionen gegen das Flüchtlingssterben im Mittelmeer von sich reden machte. Die neue Vorsitzende Maria Schaefer ist erst seit einem knappen halben Jahr Mitglied in der 1895 in Wien gegründeten und mit der Arbeiter- Umwelt- und Friedensbewegung liierten Vereinigung, die in Deutschland 70 Tausend Mitglieder in 600 Ortsgruppen hat und 400 Naturfreunde-Domizile besitzt.

Als aktuellen Beleg für die Notwendigkeit, Rassismus in all seinen Formen die Stirn zu bieten, nannte die Sozialarbeiterin den Terroranschlag auf eine Moschee in Christchurch/Neuseeland.

—› Download des Flyers zur Auststellung (PDF, DIN A 4, 324 KB)

 
 

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