Wohnen ist ein Menschenrecht

 

Buderus-Wohnungen müssen bezahlbare Mietwohnungen bleiben

Offener Brief an Bosch-Vorstand und Aufsichtsrat

Einen gemeinsamen Brief haben

der Mieterbund (Wetzlar und Lahn-Dill-Kreis, sowie der Landesverband Hessen), die SPD (Ortsverein Wetzlar) und der DGB (Region Mittelhessen) verfasst und an den Bosch Vorstand, sowie den Aufsichtsratsvorsitzenden geschickt.

 

Darin appellieren sie gemeinsam

an Bosch, dem Willen des Gründers der Bosch-Stiftung – Robert Bosch – durch einen verantwortungsvollen Umgang bei der Veräußerung der Buderus-Immobilien Rechnung zu tragen. Ihr Credo: »Buderus-Wohnungen müssen bezahlbare Mietwohnungen bleiben.«

 
 

DMB – Mieterbund Wetzlar und Lahn-Dill-Kreis e.V.
DMB – Landesverband Hessen e.V.
SPD – Ortsverein Wetzlar
DGB – Region Mittelhessen

Die Buderus-Wohnungen müssen bezahlbare Mietwohnungen bleiben!

Verteiler:

  • Herrn Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Robert Bosch GmbH
    Franz Fehrenbach, Robert-Bosch-Platz 1, 70839 Gerlingen-Schillerhöhe
  • Herrn Vorsitzenden der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH,
    Dr. Volkmar Denner, Robert-Bosch-Platz 1, 70839 Gerlingen-Schillerhöhe
  • Herrn René Ziegler, Robert-Bosch-Platz 1, 70839 Gerlingen-Schillerhöhe
  • Herrn Oliver Barta, Sophienstraße 30-32, 35576 Wetzlar
  • Herrn Thomas Pelizaeus, Sophienstraße 30-32, 35576 Wetzlar

Sehr geehrter Herr Dr. Denner,
sehr geehrter Herr Ziegler,
Sehr geehrter Herr Fehrenbach,
uns ist bekannt geworden, dass Ihr Konzern, der Bosch-Konzern, plant, die in Wetzlar und Umgebung liegenden Buderus-Immobilien mit einem Bestand von rund 1.000 Wohnungen zu verkaufen.

Wir möchten Sie bitten, im Rahmen des Verkaufs die von Ihnen selbst gesetzten Werte zu beachten, wie Sie sie auch auf Ihren Webseiten veröffentlichen:

»Wir handeln wirtschaftlich und verantwortungsvoll zum Wohl von Gesellschaft und Umwelt«

Robert Bosch selbst hat in seinem Vermächtnis festgelegt, dass mit den Erträgen seines Vermögens »neben der Linderung von allerhand Not, vor allem auch die Hebung der sittlichen, gesundheitlichen und geistigen Kräfte« der Menschen sei. Ihm war ein »verantwortungsvoller Bürger« genauso wichtig wie die »Verbesserung der Lebensverhältnisse“ sowie die „Herausforderungen der Zeit« zu bewerkstelligen. Dieser sozialen Verantwortung müssen Sie sich daher stellen, um dem Ansinnen Boschs gerecht zu werden. Dies war ihm wichtiger als alleine die Höhe der Gewinne.

Wir erwarten daher von Ihnen, dass Sie sich Ihrer Verantwortung stellen und auch im Rahmen des Verkaufs für die Zukunft sicherstellen, dass diese Wohnungen bezahlbar bleiben und damit den Werten des Konzerngründers Robert Bosch und dem Erbe von Buderus gerecht werden. Keinesfalls dürfen die Wohnungen als Rendite- oder Spekulationsobjekte Spielball auf dem Kapitalmarkt werden.

Die Folgen des Verkaufs ehemaliger Werkswohnungen, beispielsweise der Firma Hoechst sowie der Post- und Bahnwohnungen, die einfach meistbietend verschachert wurden, sind Ihnen sicher bekannt. Für die Mieter kam im Anschluss fast immer das Gleiche heraus: Entweder wurden die verkauften Wohnungen und Häuser luxussaniert, so dass sich die angestammten Mieter die Wohnung nicht mehr leisten konnten oder sie wurden an zahlungskräftigere Kundschaft weiterverkauft.

Vielfach wurde auch in der Folge für den Erhalt nur das Allernötigste unternommen und versucht, durch ständige Mieterhöhungen die Mieterschaft aus den Wohnungen zu verdrängen. Dies darf mit den Wetzlarer Wohnungen nicht passieren!

Wir appellieren daher an Ihre soziale Verantwortung und hoffen, dass Sie das Testament Ihres Firmengründers berücksichtigen. 1.000 Wohnungen in Wetzlar und der Umgebung sind nicht nur ein erheblicher Teil der in der Region vorhandenen Mietwohnungen, sondern diese sicherten auch bisher den Bestand an bezahlbarem Wohnraum.

Daher appellieren wir an Sie, dass Sie keinesfalls nur nach Höchstgebot agieren. Am besten wäre es, wenn die Wohnungen durch einen Verkauf in kommunale oder gemeinnützige Hand gegeben würden. Sollte es bereits entsprechende Angebote geben, so müssen diese unter allen Umständen Vorrang vor Angeboten freier Anbieter, insbesondere großer Wohnungsunternehmen, haben.

Unter Umständen sollten Sie dabei, da sich der Bestand der Buderus-Wohnungen auf vier Kommunen in drei Landkreisen verteilt, auch von Ihrer bisherigen Absicht Abstand nehmen, den Bestand nur im Paket zu verkaufen. Dies hat es bisher kommunalen Bietern schwer gemacht, ein Angebot abzugeben, weil in der Regel Kommunen Angebote nur für Wohnungen in ihrer eigenen Gemeinde abgeben dürfen.

Bitte bleiben Sie sich Ihrer sozialen Verantwortung bewusst und enttäuschen Sie Ihre bisherigen treuen Mieter und uns nicht.

Mit freundlichen Grüßen 

Willibald Schlagbaum
1. Vorsitzender Mieterbund Wetzlar und Lahn-Dill-Kreis e.V.

Eva-Maria Winckelmann
Verbandsdirektorin Deutscher Mieterbund Landesverband Hessen e.V.

Gert Reeh
Landesverbandsvorsitzender Deutscher Mieterbund Landesverband Hessen e.V.

Dr. Ulrike Göttlicher-Göbel
Vorstandsvorsitzende SPD Wetzlar Ortsverein

Matthias Körner
DGB-Regionsgeschäftsführer in Mittelhessen

 

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