Wohnen ist ein Menschenrecht

 

Buderus-Wohnungen müssen bezahlbare Mietwohnungen bleiben

 

Bündnis macht mobil für bezahlbaren Wohnraum

Unterschriftenaktionen, Infostände,

Hausbesuche und Medienberichte unter dem Motto »Buderus-Wohnungen müssen bezahlbare Mietwohnungen bleiben«

 

Knapp 100 Mieter kamen

am 17. Oktober im Nachbarschaftszentrum Niedergirmes zusammen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage: was können wir gemeinsam tun, damit Buderus-Immobilie eine an sozialen und gemeinnützigen Werten orientierte Wohnbaugesellschaft bleibt. Die Initiative hierzu hatten gemeinsam der Deutsche Mieterbund, SPD und DGB ergriffen.

 

Im nachfolgenden finden Sie einen

Bericht von der Veranstaltung und eine Fotostrecke. Wählen Sie aus den nachfolgenden Überschriften die Details und klicken Sie mit der Maus drauf.

 

Im Vorfeld der Mieterversammlung
»Als ich von der von Bosch beabsichtigten Veräußerung der Buderus-Immobilien erfuhr, war für mich klar: das ist in Zeiten von Gentrifizierung und Spekulationen mit Wohnraum brisanter Sprengstoff für Wetzlar und die Region. Es geht alleine in Wetzlar um 600 Wohnungen und knapp 2000 Menschen, die in diesen Wohnungen leben«, sagt Ulrike Göttlicher-Göbel von SPD-Ortsverein Wetzlar. »Deshalb haben wir gemeinsam mit dem Deutschen Mieterbund beraten, was wir gemeinsam tun können, damit Buderus-Immobilien das bleibt, was es bisher ist. Eine verlässliche Wohnbaugesellschaft, die bezahlbare Wohnungen bietet.«

Willibald Schlagbaum vom Deutschen Mieterbund plädierte dafür, »weitere Organisationen und vor allem die betroffenen Menschen mit ins Boot zu holen, dass es den Mietern nicht so geht, wie beim Verkauf der Wohnbestände der Firma Hoechst sowie der Post-und Bahnwohnungen, die einfach meistbietend verschachert wurden. Im Anschluss kam für die Mieter immer das Gleiche heraus: Entweder wurden die verkauften Wohnungen und Häuser luxussaniert, oder sie wurden an zahlungskräftigere Kundschaft weiterverkauft.Die angestammten Mieter konnten sich diese Wohnungen nicht mehr leisten.«

Gemeinsam mit Matthias Körner von der DGB-Region Mittelhessen verfassten Göttlicher Göbel und Schlagbaum einen offenen Brief an Mitglieder des Bosch-Vorstandes und den Aufsichtsrat, in dem es heißt: »Dies darf mit den Wetzlarer Wohnungen nicht passieren! Wir appellieren daher an Ihre soziale Verantwortung und hoffen, dass Sie das Testament Ihres Firmengründers (Robert Bosch) berücksichtigen.« Gleichzeitig bereiteten Mieterbund, SPD und DGB Mieterversammlungen in Lollar und Wetzlar vor, die in der vergangenen Woche stattfanden.

Dicht gedrängte Reihen
In den dicht gedrängten Reihen des Nachbarschaftszentrum rief der ehemalige Betriebsratsvorsitzende von Buderus, Berthold Burzel den

 
 

Anwesenden kämpferisch zu: Ich war 46 Jahre lang bei der Buderus AG beschäftigt, davon 35 als Arbeitnehmervertreter. Wir müssen zusammenhalten, es muss den Bosch-Verantwortlichen ›weh tun‹, sonst passiert nichts!«

Schlagbaum plädierte für eine »Konzeptvergabe«, bei der in den Notarverträgen den aktuellen Mietern lebenslanges Wohnrecht eingeräumt wird. Auch ein »Mietdeckel«, orientiert am Einkommen des Mieters, sei möglich. DGB-Organisationssekretär Robin Mastronardi – der die Versammlung moderierte – brachte die Stoßrichtung für das Bündnisses auf den Punkt. »Zu gewährleisten ist das nur in dem Fall, dass die Wohnungen in kommunale oder gemeinnützige Hand wechseln und keinesfalls per Höchstgebot an Spekulanten und Miethaie gehen.

Der DGB-Regionsgeschäftsführer Matthias Körner erklärte, die Robert Bosch GmbH müsse sich an ihren eigenen hohen ethischen Ansprüchen messen lassen. Und davon überzeugt werden, dass ein Imageschaden bei Verkauf an Spekulanten den Konzern teurer kommt, als der Verzicht auf einen Teil des Gewinns.

Breiter aufstellen
Schließlich verabredeten sich die Versammelten darauf, weitere Mitstreiter zu werben, darunter möglichst alle demokratischen Parteien der Stadt. Mit einer Unterschriftensammlung sollen nicht nur weitere Mieter, sondern auch die Bevölkerung angesprochen werden. Ab Samstag werden an jedem Wochenende bis Ende November Infostände auf dem Eisenmarkt und in der Bahnhofstraße aufgestellt, um über die Gefahren auch für den Gesamtwohnungsmarkt aufzuklären. Bosch soll aufgefordert werden, auf einer Podiumsdiskussion den besorgten Mietern Rede und Antwort zu stehen. Zum Sprecher des Bündnisses bestimmten die Anwesenden Matthias Körner vom mittelhessischen DGB, da es ja auch um die Wohnungen in Lollar, Breitenbach und Burgsolms ginge. Und auf dieser Homepage können sich Interessierte auf dem Laufenden halten.

 
 
 
 

Bilder von der Veranstaltung

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