Veranstaltungen

 
 

Ausstellung über die Opfer des NSU in Wetzlar und Dillenburg

 

Informationen zu Klassen- und Gruppenführungen

Mit der Schülercoach-Ausbildung wurden am Mo., den 7. November 2016 22 Schülerinnen und Schüler der Werner-von-Siemens-Schule dazu befähigt, selbstständig durch die Ausstellung zu führen. Sie stellen in den Folgetagen sicher, jeweils zu zweit Klassen und andere Gruppen durch die Ausstellung zu begleiten.

Die Ausbildung wird durch die ISFBB-Ausstellungsmacherin Dil. Soz. Birgit Mair durchgeführt. Die Jugendlichen erhielten vorab die ISFBB-Broschüre zur Ausstellung um sich vorab in die Inhalte einlesen zu könnten. Sie erhielten außerdem Multiple Choice Fragebögen, die bei den Führungen oder zur Evaluierung eingesetzt werden können.

Die Ausbildung und das Material wurden durch das Bundesprogramm »Demokratie leben!« finanziert.

Von Seiten der Werner-von-Siemens-Schule hatten die Lehrer Steffen Sellmann, Markus Zimmermann und Mirko Siewert die Schülerinnen und Schüler angesprochen und gemeinsam mit diesen und die Schichtpläne organisiert.

Nachfolgend Bilder von dem Coaching am 07.11.2016

 

Coaching in Wetzlar

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1 bis 16 von insgesamt 16

 

Von Klaus Petri:
Die erste Besuchergruppe – Studierende des Hessenkollegs - wurde am Dienstagvormittag von Frederic Theiß begrüßt. Der 17-jährige Schüler des Beruflichen Gymnasiums an der Werner-von-Siemens-Schule war von Ernst Richter und seinem Lehrer Markus Zimmermann auf die Tätigkeit als Ausstellungsbegleiter hin angesprochen worden und hatte sich mit anderen von Birgit Mair ›coachen‹ lassen. »Wenn wir eine lebenswerte Zukunft haben wollen, müssen wir uns für Geschichte interessieren und uns um Dinge kümmern, die schief laufen«, äußert er sich zu den Motiven für sein Engagement.

 

Bilder von der ersten Führung in Wetzlar am 08.11.2016

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1 bis 3 von insgesamt 3

 

28 Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Schulen Dillenburg ließen sich zu Guides ausbilden

Mit einer zweiten Schülercoach-Ausbildung wurden am Mo., den 14. November 2016 28 Schülerinnen und Schüler der Gewerblichen Schulen sowie der Kaufmännischen Schulen in Dillenburg dazu befähigt, selbstständig durch die Ausstellung zu führen. Sie stellen in den Folgetagen sicher, jeweils zu zweit Klassen und andere Gruppen durch die Ausstellung zu begleiten.

Die Ausbildung wurde durch die ISFBB-Ausstellungsmacherin Dil. Soz. Birgit Mair durchgeführt. Die Jugendlichen erhielten vorab die ISFBB-Broschüre zur Ausstellung um sich vorab in die Inhalte einlesen zu könnten. Sie erhielten außerdem Multiple Choice Fragebögen, die bei den Führungen oder zur Evaluierung eingesetzt werden können.

Die Ausbildung und das Material wurden durch das Bundesprogramm »Demokratie leben!« finanziert.

 
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1 bis 27 von insgesamt 27

 

Eindrücke von den ersten Führungen am Di., den 15.11.2016 in Dillenburg

Wie vermittelt man die Inhalte der Wanderausstellung über die Verbrechen des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU)? Wie kann man die Opfer und die Täter treffend beschreiben. Oder das Leiden und die Ohnmacht der Familienangehörigen der Opfer aufzeigen. Auf was sollte ein Guide achten, der Schulklassen durch diese Ausstellung führt?

Am 7. November haben 22 Schülerinnen und Schüler der Werner-von-Siemens-Schule Wetzlar und eine Woche später am 14. November noch einmal 28 Pennäler der beiden beruflichen Schulen in Dillenburg sich mit den bisher bekannten Fakten über den NSU-Komplex, den bisher unaufgeklärten Fragen, dem Münchner Prozess, der Arbeit der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse und den inhaltlichen Aussagen der Ausstellungstafeln im Rahmen eines sieben-stündigen Coaching auseinandergesetzt.

Hierzu war Birgit Mair, Leiterin des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) aus Nürnberg nach Wetzlar und Dillenburg angereist, um die 50 Jugendlichen als Guides anzuleiten. Die Jugendlichen hatten sich hierfür freiwillig gemeldet. Die Lehrerkollegium der Schulen in ihren jeweiligen Klassen dafür geworben, mitzumachen. Damit wurden an beiden Standorten jeweils 16 Führungen vorbereitet, an denen rund 950 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit bekamen, im Rahmen von Gruppenführungen und angeleitet durch die Guides sich mit NSU-Komplex vertraut zu machen, aber auch Empathie für die NSU Opfer zu bilden.

Isa Hortien, die für die Zeitungen »Dill-Post«, Herborner Tageblatt«, »Dill-Zeitung und Haigerer Zeitung« schreibt, berichtete am 15. November von Ihrem Besuch in den Gewerblichen Schulen, in der die Ausstellung vom 14. – 19. November steht, von Ihren Eindrücken über die ersten Führungen am Dienstag und den Gesrpächen, die sie mit den Guides führen konnte: »Die erste Gruppe am Dienstagmorgen wurde von Lea Jowanowitsch, Marcel Mendack, Giovanni Ferrucci und Kevin Holighaus betreut. Alle vier machen gerade eine Weiterbildung zum Maschinenbautechniker. ›Die hier dargestellte Thematik ist eine sehr wichtige. Viele Schülerinnen und Schüler sind in einer Phase, in der sie sich noch leicht von anderen beeinflussen lassen. Da besteht die Gefahr, in die rechte Szene abzurutschen‹, erzählt Giovanni Ferrucci. ›Und das was die Medien berichten, reicht zur Information nicht aus. Weiteres Recherchieren und weitere Infos halte ich bei dieser sensiblen Thematik für sehr wichtig‹, erklärt auch Lea Jowanowitsch. Deshalb haben sich die vier gerne bereit erklärt, die Führungen für die Schüler zu übernehmen.

›Für uns alle war das Thema nicht völlig neu, doch die genauen Hintergründe haben wir auch erst im Rahmen dieser Veranstaltung und des Coachings im Vorfeld erfahren‹, berichtet Marcel Mendack.

Für die Ausstellung besonders ist, dass nicht nur Infos zum NSU geliefert werden, sondern auch die Schicksale der zehn Opfer, die von der Organisation rund um Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe ermordet wurden, dargestellt werden. An elf Stellwänden sind beidseitig Plakate mit Informationen angebracht, die jeweils eine Station der Ausstellung darstellen.

Zu Beginn der Führung geht es zunächst darum, was die Abkürzung NSU überhaupt bedeutet und wer oder was dahinter steckt. Dazu werden die Schüler nach ihrem Vorwissen gefragt. So weiß zum Beispiel ein Schüler, dass die Abkürzung NSU für den ›Nationalsozialistischen Untergrund‹ steht.

An den folgenden zehn Stationen werden die Schicksale der zehn Männer und Frauen vorgestellt, die vom NSU ermordet wurden. Dabei gehen die Guides besonders auf die Lebensgeschichten der einzelnen Personen ein.

Bis auf die ermordete Polizistin aus Heilbronn, hatten alle Opfer einen Migrationshintergrund ›Doch sie alle waren seit mehreren Jahren deutsche Staatsbürger, sie haben in Deutschland gelebt, studiert und gearbeitet und hatten hier ein Familie‹, betont Giovanni Ferrucci: ›Ab und zu trifft man auch im Alltag Leute mit krassen Ansichten‹.«

›Ich denke, durch die Medien hat fast jeder schon mal etwas von der NSU-Thematik mitbekommen‹, sagt Dominik Braun nach dem Besuch der Ausstellung. ›Aber natürlich kannte man die Geschichten der Opfer nicht so, wie sie hier dargestellt werden. Diese zusätzlichen Informationen machen alles noch viel greifbarer.‹

›Ab und zu trifft man auch im Alltag Leute mit krassen Ansichten, und auf dem Schulhof hört man immer mal wieder ausländerfeindliche Äußerungen. Deshalb ist die Aufklärung über dieses Thema umso wichtiger‹, formuliert Braun seine Meinung. ›Mir hat die Ausstellung einen besseren Überblick über die Thematik verschafft und ich habe auch viel Neues gelernt‹, sagt der Auszubildende abschließend

 
 

Fotostrecke Führungen am 17.11.2016

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1 bis 5 von insgesamt 5