MITMACHEN

 

BUNT statt BRAUN • 1.500 prostestierten in Niedergirmes gegen Naziaufmarsch

Banner »Hand in Hand gegen Rassismus - für Menschenrechte und Vielfalt Menschenketten am 18./19.06.2016«
 

Kundgebung und vielfältige Aktionen in Niedergrimes am 7. Oktober 2016

Neonazis wollen am 7. Oktober abends durch Niedergirmes marschieren,

kamen aber nicht durch. Ihr Motto: »Wir glauben an unsere Jugend – die andern an Zuwanderung«. Ein breites Bündnis von Demokratinnen und Demokraten antwortete: »Jugend braucht Zukunft, aber keine ewig Gestrigen und keine Neonaziaufmärsche in Niedergirmes«.

 

»Wir glauben an unsere Jugend – die anderen an Zuwanderung«

Unter diese Motto meldete Thassilo Hantusch von der NPD einen Fackelzug durch Niedergirmes für Freitag, den 7. Oktober 2016 an. Mit Ärger, Bestürzung und Angst nahmen die Einwohnerinnen und Einwohner zur Kenntnis, dass in Ihrem Stadtteil, in dem Menschen unterschiedlichster Nationen seit Jahrzehnten friedfertig zusammenleben, einer Horde Neonazis an einem Freitag Abend direkt an muslimischen Gebetshäusern und den christlichen Kirchen vorbeiziehen wollten.

Der DGB und das Bündnis Wetzlar BUNT statt BRAUN riefen deshalb zu einer Kundgebung »Jugend braucht Zukunft, aber keine ewig Gestrigen und schon gar keine Neonaziaufmärsche in Niedergirmes« auf. Gleichzeitig bereiteten sich an vielen Stellen der geplanten Neonazi-Route darauf vor, den extrem Rechten mit Worten, Bildern, Musik und Transparenten zu verdeutlichen: Wir wollen hier weder Hass, noch Gewalt und keine Nazipropaganda.

Schon auf der Nordseite des Bahnhofs ließen Gegendemonstranten nicht zu, dass die Nazis durch Niedergirmes marschieren konnten. Statt dessen liefen sie bis in die späten Abendstunden durch die Altstadt. hessencam hat per Film die Ereignisse an den unterschiedlichsten Orten in Wetzlar erfasst. Hier die hessencam Filmdokumentation über den Naziaufzug und volksverhetzende Reden in der Altstadt.
→ Die Filme von dem Nazimarsch unter »ANALYSEN« • Aus der Region

 
 
 

Liebe Freunde, liebe Mitbürger!

Der Stadtteil Niedergirmes gehört zu Wetzlar wie der Dom oder die Altstadt!
Die traditionsreiche Arbeitersiedlung hat schon viele Menschen aus unterschiedlichen Nationen, unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Traditionen gesehen!

Menschen die gearbeitet haben um zum Wohlstand unserer Stadt beizutragen ! In guten Zeiten wurde miteinander gefeiert, in schlechten Zeiten wurde Leid geteilt! Unabhängig von unterschiedlichen Traditionen und Weltanschauungen, Hochzeiten, Beerdigungen, Taufen und Beschneidungen wurde Menschen in Niedergirmes zusammengebracht! Christen und Muslime leben friedlich Haus an Haus und das seit Jahrzehnten!!!!

Sollten einige NATIONALISTISCHE oder gar RASSISTISCH motivierte Wirrköpfe, Idioten oder wie ich es nenne das »Pack« ignorieren, das Wetzlar UNSERER ALLER Stadt ist, dass was seit Jahrzehnten zusammen gewachsen ist, nicht durch künstlich geschürte Feindschaft Zerstörbar ist, dass wir in friedlicher Nachbarschaft leben und respektiert werden wollen, dann werden Wetzlarer Bürger zusammen mit Niedergirmes im Stadtteil aufstehen und gemeinsam für ein friedliches Miteinander zusammen stehen!

Ich bitte Euch, dass so viele Personen wie nur können gegen den Fackelmarsch der Rechten auf die Straße gehen und demonstrieren! Verbreitet es wo ihr könnt- ob Facebook, WhatsApp oder Mund zu Mund! Denn unsere Stadt Wetzlar und unser Stadtteil Niedergirmes gefällt mir Bunt besser als Weiß!

Ario Rahmani
Veröffentlicht auf Facebook

Dem Anliegen von Ario Rahamnis haben in Niedergirmes insgesamt 1.500 Menschen Rechnung getragen. Hier wesentliche Informationen von der Auftaktkundgebung am 07.10.201 in Niedergirmes.

 
 

Vielerorts waren Menschen auf den Straßen. Alleine bei der Auftaktkundgebung mehr als 800

2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-01.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-02.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-03.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-04.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-05.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-06.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-07.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-08.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-09.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-10.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-11.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-12.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-13.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-14.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-15.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-16.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-17.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-18.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-19.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-20.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-21.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-22.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-23.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-24.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-25.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-26.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-27.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-28.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-29.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-30.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-31.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-32.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-33.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-34.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-35.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-36.jpg
2016-10-07_Niedergirmes_BUNT_statt_BRAUN-37.jpg

1 bis 37 von insgesamt 37

 

Klein, aber martialisch und antisemisch

Dank der antifaschistischen Kräfte gab es für die Nazis von der Bahnhofsnordseite kein Durchkommen in Niedergrimes. Schließlich zogen sie südlich in Richtung Altstadt. Der Pressefotograf Peter Jülich hat am 07.10.2016 die Nazis und ihren Marsch fotografisch festgehalten.

Die Anzahl ihrer Mitmarschierer blieb weit hinter den Erwartungen der NPD-Organisatoren zurück. Der Zug war klein, aber martialisch und antisemisch, wie die Bilder von Peter Jülich zeigen.

Auch Peter Kriebs hat von der Blockade an der Nordseite des Bahnhofs und von den wartenden Neofaschisten Aufnahmen gemacht.

 

Thomas Kriebs hat von dem Häuflein Rechtsextremer und von der Blockade an der Bahnhofnordseite Aufnahmen gemacht und auf Facebook veröffentlicht.

 
 

Pressemeldung der Evangelischen Kirchenkreise

Vielfalt lieben und leben
1500 Menschen treten für ein respektvolles Miteinander ein

Wetzlar-Niedergirmes (bkl). »Ich bin froh, dass wir nicht auf Konfrontation gehen mussten«, sagte Pfarrerin Ellen Wehrenbrecht bei der Friedens-Andacht, die in der Christuskirche Niedergirmes den stillen Protest gegen den Aufmarsch Rechtsextremer in dem Wetzlarer Stadtteil beschloss.

Zuvor hatten Menschen aus Kirchengemeinde und Kirchenkreisen mit bunten Lampions, Schirmen, aufgestellten Lichtern und Transparenten sowie einer von innen bunt illuminierten Kirche gezeigt: »Niedergirmes ist bunt – Wir l(i)eben Vielfalt«. Für die Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar war Superintendent Roland Rust unter den Teilnehmenden. Geplant war, zu Beginn der rechtsextremen Kundgebung die Glocken zu läuten. Auch eine Trommelgruppe unter Leitung von Hilke Folkers stand bereit, um die Rechten zu übertönen.

Doch zu einem Aufeinandertreffen kam es nicht. Die rund 80 Rechtsextremen waren von etwa 500 Gegendemonstranten an der Verfolgung ihrer geplanten Route gehindert worden und liefen statt durch Niedergirmes durch die Wetzlarer Altstadt bis zum Dom. Doch hier reagierten die evangelische und die katholische Kirchengemeinde prompt - und ließen die Glocken läuten. »Wir bekamen beim Empfang ›70 Jahre Dombauverein‹ die Info, dass die NPD-Demo auf dem Domplatz steht«, so Pfarrer Björn Heymer. »Daraufhin haben Peter Kollas und ich entschieden, mit den Glocken zum Gebet aufzurufen.«

Insgesamt 1.500 Menschen hatten sich zur Gegendemonstration eingefunden, organisiert vom Bündnis »Wetzlar Bunt statt Braun« unter Leitung von Ernst Richter. Leitwort: »Jugend braucht Zukunft, aber keine ewig Gestrigen«. Zur Auftaktkundgebung sprachen Oberbürgermeister Manfred Wagner, sowie Vertreter von Gewerkschaften, Schulen, Muslimen und der Ausländerbeirat der Stadt. »Wir glauben an unsere Jugend – die andern an Zuwanderung« war das Motto der Rechtsextremen. »Jugend hat eine Zukunft in unserem Land – in der offenen Begegnung, im respektvollen Miteinander, im Einsatz für Gerechtigkeit und Recht, in der Ermöglichung von Teilhabe einheimischer und zugewanderter Menschen an unserer Gesellschaft, in miteinander konstruktiv gelebten demokratischen Prozessen«, halten die Superintendenten Ute Kannemann für den Kirchenkreis Wetzlar und Roland Rust für den Kirchenkreis Braunfels dagegen. »Dafür treten wir als Christen und als Kirche ein!« Als Kirche setzen sie nicht auf Verachtung, sondern auf Respekt. Jeder Mensch sei ein Bild Gottes und deshalb unbedingt zu respektieren. Denn da, wo Menschen einander mit Achtung begegnen, hätten Jugendliche aller Nationen und Glaubensrichtungen einen Platz in der Gesellschaft, sind Rust und Kannemann überzeugt.

Schulpfarrer mit ihren Schülern, Gemeindepfarrerinnen und –pfarrer, zum Teil mit Geflüchteten, Presbyter und kirchlich Mitarbeitende aus beiden Kirchenkreisen waren nach Niedergirmes gekommen, um dies mit ihrer Anwesenheit deutlich zu machen.

Ernst Richter, der mit zahlreichen Gegendemonstranten, unter ihnen auch Oberbürgermeister Wagner, zur Christuskirche gekommen war, bedankte sich für das Engagement der Kirchen, während Heidi Stiewink vom Arbeitskreis »Brot für die Welt – Tikato« auf das lange Banner hinwies, das Geflüchtete und Gemeindemitglieder gehalten hatten: »Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.«

Bereits im November letzten Jahres hatten die Kirchen in Wetzlar gegen einen Aufmarsch Rechtsextremer protestiert. Sie hatten ihre Gegenaktion, die mit einem Friedensgebet im Dom endete, »Herz statt Hetze« betitelt. Damals waren 1.000 Menschen für ein buntes Wetzlar auf die Straße gegangen.

Uta Barnikol-Lübeck • Öffentlichkeitsreferat der Evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar

 
Banner vor der Christuskirche

»Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens« steht auf dem Banner, das  Flüchtlinge aus Eritrea und Gemeindemitglieder aus Niedergirmes vor der Christuskirche gemeinsam gehalten haben.

Foto © Uta Barnikol-Lübeck, Öffentlichkeitsreferat der Evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar

 
 
Friedens-Andacht in der Christuskirche

Etwa 40 Menschen hatten sich zur Friedens-Andacht in der Kirche versammelt

Foto © Uta Barnikol-Lübeck, Öffentlichkeitsreferat der Evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar

 
 
Lichterkette

Bunte Lichter hatten Gemeindeglieder vor der Kirche angezündet

Foto © Uta Barnikol-Lübeck, Öffentlichkeitsreferat der Evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar

 
 
 
 

Der Wortlaut des Aufrufs:

Jugend braucht Zukunft, 
aber keine ewig Gestrigen
und keine Neonaziaufmärsche in Niedergirmes

Neonazis wollen am 7. Oktober abends durch Niedergirmes marschieren und dabei Fackeln tragen. Ihr Motto: »Wir glauben an unsere Jugend – die andern an Zuwanderung«.

Wenn ein Nazi an die Jugend glaubt, was heißt das?

  • Jugend als Kanonenfutter am Ende des 2. Weltkriegs,
    so wie die 15-Jährigen, die als letztes Aufgebot Hitlers an die Front geschickt wurden!
  • Jugendliche als Mordopfer des völkischen Rassenwahns, beispielsweise im Rahmen der Euthanasie, wie es uns aktuell der Film »Nebel im August« zeigt!

Sie wollen uns Angst machen und bedrohlich aussehen – durch unseren Stadtteil ziehen!
Kommt raus aus den Häusern – demonstriert gegen Rassenwahn, feiert Hof-Feste, betet für den Frieden, singt Lieder der Kinder aus aller Welt, macht Musik, zieht Euch bunt an, tanzt und bringt Licht auf die Straßen und löscht die Fackeln des Hasses.

Ladet Eure Freundinnen und Freunde ein. Wir feiern ein Fest der Demokratie und der Menschenrechte. Zeigt, dass Niedergirmes BUNT ist. Die Straße gehört den Demokratinnen und Demokraten – nicht den Hetzerinnen und Hetzern, die unser Land kaputt machen wollen.

 
 

Auftaktkundgebung

Der Ablauf der Kundgebung bestand aus einer Vielzahl von Reden und aus Kulturbeiträgen.

Die Rednerinnen und Redner:

  • Arne Beppler, DGB-Kreisvorsitzender Lahn-Dill
  • Darius Müller, Niedergirmeser Bürger rezitierte die Gedanken von Ario Rahmani zum 07.10.2016 über Niedergirmes
  • Oberbürgermeister Manfred Wagner           
  • Lisa Roth, SDAJ Gießen
  • Hüseyin Demirel, Vorsitzender des Ausländerbeirates der Stadt Wetzlar
  • Dagmar Schmidt, Mitglied des Deutschen Bundestages (SPD)
  • Attila Bostanci, SV des Hessenkollegs
  • Holger Pagels, Schulelternbeiratsvorsitzender der August-Bebel Schule
  • Rabia Özkan, Jugendleiterin des Vereins DITIB Wetzlar
  • Kadir Terzi, Vorsitzender der İGMG FATİH CAMİİ
  • Savas Demirci, in Niedergirmes groß geworden
  • Ernst Richter, Bündnis Wetzlar BUNT statt BRAUN (Moderation)

Kulturbeiträge:

  • Die Nette, Liedermacherin aus Wetzlar
  • DJ Performance der DITIB-Jugend
  • Bloco Bajano, Trommlergruppe aus Butzbach, Rhythmus gegen Rassismus
  • Cheikha Youssef, Flüchtling aus Syrien, seit einem Jahr in Wetzlar wohnend
 
 

Hier finden Sie den Aufruf

  • Jugend braucht Zukunft, 
    aber keine ewig Gestrigen
    und keine Neonaziaufmärsche in Niedergirmes

für Freitag, den 7. Oktober 2016, 18:00 Uhr in Niedergirmes mit den aufrufenden Organisationen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens (Stand: 04.10., 22:00 Uhr)

Den Orientierungsplan für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als

A. Rahmani hatte sich als Einwohner Gedanken über das Miteinander und die Tradition in Niedergirmes gemacht, hessencam hat das als Bürgerinfo zu Papier gebracht und mit praktischen Handlungsanleitungen versehen, wie am Abend des 07.10.2016 sein Stadtteil auf Hassprediger laut und bunt antworten kann.

 
 

(geordnet A - Z):

  • Ahmediya Wetzlar
  • AK Brot für die Welt-TIKATO
  • AK Flüchtlingshilfe
  • Alevitische Gemeinde, Wetzlar
  • ATIF, Ortsgruppe Wetzlar
  • Attac Lahn-Dill-Kreis
  • Ausländerbeirat der Stadt Wetzlar
  • AWO-Ortsverein, Aßlar
  • Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Kreisverband Lahn-Dill-Kreis
  • Bündnis 90 / Die Grünen, Stadtverband Wetzlar
  • Bündnis Wetzlar BUNT statt BRAUN
  • Deutsch-Türkische Gesellschaft für gemeinsame Bürgerschaft e.V.
  • DGB-Gewerkschaftsjugend, Mittelhessen
  • DGB, Kreis Lahn-Dill
  • DIE LINKE., Kreisverband Lahn-Dill-Kreis
  • DITIB - Merkez Camii
  • DKP Lahn-Dill-Kreis
  • Elternebeirat der August-Bebel-Schule
  • Evangelischer. Kirchengemeinde, Niedergirmes
  • Evangelischer Kirchenkreis Wetzlar
  • Evangelischer Kirchenkreis Braunfels
  • Flüchtlingshilfe Mittelhessen e.V.
  • Frank Mignon, ein »Grimeser Bub«
  • Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, GI-Wetzlar e.V.
  • GEW, Kreisverband Wetzlar
  • Greis, Dr. Barbara und Carl-Peter
  • Hartmann, Anke (SPD-Schöffengrund)
  • hessencam, Wetzlar
  • İGMG, OV Wetzlar e.V.
  • Jemenitische e.V. Wetzlar
  • Jusos, Unterbezirk Lahn-Dill-Kreis
  • Kannemann, Ute, Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Wetzlar
  • Katholische Kirchengemeinde, Wetzlar
  • Kinderschutzbund. Wetzlar
  • Kortlüke, Norbert, Stadtrat
  • Rust, Roland, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Braunfels
  • Schüler/-innenvertretung des Hessenkollegs, Wetzlar
  • SPD-Stadtverordnetenfraktion, Wetzlar
  • SPD, Stadtverband Wetzlar
  • SPD, Unterbezirk Lahn-Dill
  • Süß, Jörg, Pfarrer
  • VÌKZ, Wetzlar
  • Wagner, Manfred, Oberbürgermeister
  • Wetzlar erinnert e.V
  • Wetzlarer Interkultureller Rat (WIR)

(Stand 05.10., 18:00 Uhr)

 
 

Zu dem NPD-Motto

»Wir glauben an unsere Jugend, die anderen an Zuwanderung!«

sollte man erwähnen, das wir unsere Kundgebung an einem historischen Ort begehen:

Bei dem »Weg der Erinnerung« (der antifaschistischen Stadtführung in Wetzlar) projektieren die Guides in einem Einführungsvortrag Bilder, die am 29. März 1945 beim Einmarsch der Amerikaner in Wetzlar entstanden sind.

Die Amerikaner rückten auf der Hermannsteiner Straße nach Wetzlar vor und wurden auf der Niedergrimeser Seite von Böllerschüssen »empfangen«, die auf der Stadtseite am Bahnhof von Fahnenjunkern der faschistischen Wehrmacht abgeschossen wurden.

Auf den Bildern sind zwei GIs zu sehen, die gerade zwei der Fahnenjunker gefangen nehmen. Und das passiert genau an der einen Straßenecke Niedergirmeser Weg / Carolinenweg, wo wir die Beschallung für die Kundgebung aufbauen wollen. Genauer etwas weiter vorne (in Richtung heutige Bahnhofsüberführung an der Ecke hinein zur Carolinenhütte (Straße zum Lidl-Markt). Das Eckhaus steht da heute noch (AVIS Autovermietung).

Der NSDAP Kreisleiter Wilhelm Haus hatte Wetzlar schon fluchtartig verlassen, nach dem er noch das Todesurteil durch Erhängen für den Wetzlarer Bürger Jakob Sauer vollstreckt hatte, weil letzterer gewagt hatte, an seinem Haus ein Bettlaken herauszuhängen auf dem geschrieben stand: »Gott schütze unser Haus – wir sind keine Nazis. Wir begrüßen unsere Befreier«

Auch die Wehrmacht hatte schon längst Wetzlar in Richtung Vogelsberg verlassen. Aber die diese 16-jährigen Fahnenjunker (siehe Bilder) versuchten sich als letztes Aufgebot für ihren großen Führer Adolf Hitler den Amerikanern entgegen stellen zu müssen. Einige von ihnen haben dafür in den letzten Minuten vor der Befreiung Wetzlars ihr Leben gelassen in diesem Glauben.

Es ist besonnen Wetzlarer Bürgern zu verdanken, dass sie den Jugendlichen ein paar Ohrfeigen gaben und anschließend mit improvisierten weißen Fahnen über die alte Bahnhofsbrücke Richtung Niedergrimes eilten, dass die Innenstadt von Wetzlar nicht durch die Amerikaner zerstört wurde. 

Das zum Thema, wenn Nazis davon reden, dass sie an die Jugend glauben.

 
 
GIs nehmen am 29.03.1945 Wetzlar ein und nehmen dabei 16-jährige Fahnenjunker fest.

GIs nehmen am 29.03.1945 Wetzlar ein und nehmen dabei zwei Fahnenjunker fest.

 
Auf der Detailaufnahme sieht man, dass der Junge gerade mal 16 Jahre alt war.

Auf der Detailaufnahme sieht man, dass der Junge gerade mal 16 Jahre alt war. Quelle für beide Bilder: Historisches Archiv der Stadt Wertzlar.

 
 
 

Die Bilder stammen aus einem Film der US-Armee

Die Amerikaner haben die Besetzung Deutschland per Film festgehalten. So gibt es auch mehrere Filme über die Befreiung Wetzlars am 29.03.1945. Aus diesen Filmen stammen die beiden Bilder. Die Filme wurden auf You-Tube veröffentlicht.

-› Zu den Filmen vom 29.03.1945